Autor: s.dencker
die Kette der Gedenken ist nicht fertig geworden …
Gedenktage kennen wir viele, die bedeutensten Tage sind z.B. in Europa sogar Feiertage.
Nicht so gilt es für Palästina (und Israel), wo in 2017 erinnert wurde an
120 Jahre erster Zionistenkongress in Basel 1897
100 Jahre Balfour-Erklärung 1917
70 Jahre Teilungsplan UNO, Resolution 181, 1947
50 Jahre Besatzung der „Westbank“ 1967
30 Jahre 1.Intidafada 1987
10 Jahre Belagerung des Gazastreifens 2007
In 2018 folgten
70 Jahre Gründung des Staates Israel 1948, was gleichzeitig
70 Jahre Nakba (Katastrophe) für die Palästinenser bedeutet
Zu jedem einzelnen sind mal mehr, mal weniger viele Bücher geschrieben worden, die über Hintergründe, Zusammenhänge und Pläne informieren oder die Geschichten dahinter erzählen und deuten.
Jetzt aktuell ist es immer noch oder immer mehr wichtig, in Europa und der restlichen Welt etwas dagegen zu setzen, was Ende des 19.Jahrhunderts mit europäischen Ideologien und hier geprägten Strategien erst vereinzelt, dann schleichend weiter steigernd sich selbstständig entwickelt hat zu dem, was heute tagtäglich im Nahen Osten geschieht.
In Deutschland gibt es viele, viele Initiativen, die sich sehr engagiert für die palästinensische Sache einsetzen, informieren, politisieren, kuturelle Botschafter mit Lesung, Musik, Tanz, Theater, etc. teilweise direkt aus Palästina von der Situation vor Ort erzählen lassen. Diskussionen, Seminare, Begegnungsstätten bringen Menschen zusammen, die interessiert lauschen, wenn u.a. festgefahrene „Vorurteile“ demontiert werden, Hintergründe beleuchtet und kulturelle Falschbilder entschlüsselt werden.
Nicht nur durch die oben genannten europäischen Wurzeln und die nationalsozialistischen Verbrechen haben wir eine besondere Verantwortung für den Frieden und das Zusammenleben der israelischen und palästinensischen Gesellschaften auf Basis gegenseitigen Respekts unter Achtung der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, der UN-Vollversammlung vom 10. Dez. 1948. Übrigens auch ein 70-jähriges Gedenken.
So lange der Konflikt nicht beendet ist, kann auch die Kette der Gedenktage nicht vollendet sein. Und jedes dieser Gedenk-Kettenglieder liegt sehr schwer auf der Verantwortung der Internationalen Gemeinschaft, noch schwerer aber auf den Palästinensern überall auf der Welt.
Schauen sie auf dieser Internetseite hier und auf allen Seiten, die wir verlinkt haben in Artikeln und Listen, dann werden sie verstehen und hoffentlich auch zum Handeln bereit sein.
Marc Braverman: Die Mauer überwinden – Gespräch + Buchvorstellung
Marc Braverman– Die Mauer überwinden Artikel revidiert
Ein prophetisches Plädoyer für Israel und Palästina 24.01.2018
Ein Abend mit dem Autor, dem Übersetzer und einem interessierten Publikum
Es war eine entspannte, herzliche Stimmung, die von Marc Braverman und dem Übersetzer Christian Kercher ausging. Fundiert und klar wurde uns dargelegt, wie die Rolle der Christen und somit der Kirchen im Ringen um Frieden war, ist und sein könnte. Der christlich-jüdische Dialog steht ebenso im Fokus wie die Begegnung vor Ort mit den Menschen. Menschen die eine Rolle einnehmen, aber auch eine Rolle zugewiesen bekommen: Als Verursacher, als Täter, als Opfer, als Beobachter, als Aktivist, …

In Die Mauer überwinden beschreibt er sein Ringen mit der zionistischen Ideologie, nachdem er Palästinenser persönlich kennengelernt hat. Es kommen Stimmen von Kirchenleuten, Theologen und Aktivisten u.a. aus Israel und Palästina zu Wort, vor allem die palästinensischen Christen. Ihr gewaltfreier Kampf wird historisch und theologisch in den Blick genommen. Die Parallelen, die in mehreren Kapiteln zwischen dem Palästina der Zeit Jesu und heute gezogen werden, sind verblüffend. Sie erinnern an den Kontext und die Botschaft von Jesu Leben und vermitteln die starke Hoffnung, dass die Kirche ihren Ursprung im Widerstand gegen Tyrannei wiederentdeckt und in Anspruch nimmt.
Moderation: Manfred Kock, Präses a.D.
Übersetzer: Christian Kercher
Der Autor: Mark Braverman, geboren 1948 in den USA als Sohn jüdischer Eltern, arbeitete als Psychologe und Traumatherapeut und ist heute international als Autor und Friedensaktivist für Israel/Palästina bekannt. Sein zweites Buch aus dem Jahre 2013, das heute hier in Übersetzung vorgestellt wird, fand ein breites Echo. Hier einige Stimmen:
Pfr. Manfred Kock: „Ein notwendiges Buch, das gerade uns Deutschen in Bezug auf Israel und Palästina Orientierung stiftet und uns zum Engagement ermutigt.“ (Ehem. Ratsvorsitzender der Ev. Kirche in Deutschland)
Pfr. Dr. Mitri Raheb: „Ein starkes prophetisches Zeugnis eines leidenschaftlich engagierten jüdischen Amerikaners.“ (Palästinensischer Befreiungstheologe)
ORT: Gemeindesaal an St. Maternus, Alteburger Str. 74, 50678 Köln
ZEIT: Di, 23.Januar 2018, 19:00 Uhr
Veranstalter sind das Cafe Palestine Colonia www.cafepalestinecolonia.worpress.com
und der Städtepartnerschaftsverein Köln-Bethlehem www.koeln-bethlehem.de
Israelkritik und Antisemitismusvorwurf vs. Meinungsfreiheit
Israelkritik und Antisemitismusvorwurf – Veranstaltungsverbote als Problem der Meinungsfreiheit
Johannes Feest
vorgänge Nr. 220 (Heft 4/2017), S. 117 – 126
2016 wehrte sich die „Jüdische Stimme“, ein in Berlin ansässiger Verein jüdischer Mitbürger/innen, gegen die Kündigung seines Vereinskontos durch die Bank für Sozialwirtschaft. Die Kündigung ging auf einen Hinweis zurück, dass der Verein die gegen Israel gerichtete BDS-Boykottkampagne unterstütze. Seitdem mehren sich die Fälle, in denen mutmaßlichen BDS-Unterstützer/innen kurzfristig Veranstaltungsräume gekündigt werden.
Andererseits weisen Organisationen wie die Amadeu-Antonio-Stiftung auf eine Zunahme antisemitischer Ressentiments in der Bevölkerung hin, wobei der Antisemitismus häufig als Kritik an Israel maskiert sei. Zudem steige die Zahl antisemitischer Übergriffe. Dem begegnete die Bundesregierung kürzlich mit einem Kabinettsbeschluss zu einem erweiterten Antisemitismus-Begriff, der demnächst vermutlich bei der Vergabe von Fördermitteln u.ä.m. wirksam wird. Zugleich wurde nach den Protesten gegen die umstrittene Jerusalem-Entscheidung der Vereinigten Staaten hierzulande eine Verschärfung des Strafrechts gegen das Flaggen-Verbrennen gefördert.
Der folgende Beitrag von Johannes Feest greift diese Diskussionen auf: Wie viel Kritik an der israelischen Politik muss und soll erlaubt sein? Welchen Begriff von Antisemitismus sollten staatliche Stellen sinnvoller Weise anwenden? Und was muss der Staat dulden bzw. in welchem Rahmen darf er in die politische Auseinandersetzung eingreifen?
Bethlehem im Tränengas
Tränenegas – TRÄNENGAS – jede Woche T R Ä N E N G A S
Bethlehem Aïda-Camp ist Weltmeister der Tränengasbelastung –
Bewohner des winzigen palästinensischen Flüchtlingslagers Aida in Bethlehem halten den traurigen Weltrekord der Tränengasbelastung, so eine Studie kalifornischer Forscher, die am Montag veröffentlicht wurde.
Mit 6.400 Einwohnern auf weniger als 7 Hektar (das entspricht 90.000 Einwohnern pro km2!) ist Aida bereits heute eines der am dichtesten besiedelten Gebiete der Erde. Aber die israelische Besatzungsarmee bemüht sich, ihm eine weitere Auszeichnung zu verleihen mit den massivsten Einsatz seiner giftigen Gase gegen eine wehrlose Bevölkerung.
Rohini Haar von der University of Berkeley und Jess Ghannam von der University of California in San Francisco demonstrieren dies in ihrer Feldstudie “ NO SAFE SPACE – Health Consequences of Tear Gas Exposure Among Palestine Refugees „. Die Forscher führten ihre Umfrage unter 236 Einwohnern von Aida im Alter von 10 bis 66 Jahren im August 2017 durch.
Alle Befragten berichteten, dass sie im vergangenen Jahr mindestens einmal Tränengas ausgesetzt waren: in mehr als 80 % der Fälle in ihren Häusern, aber auch in der Schule (10 % der Berichte), am Arbeitsplatz oder in Fahrzeugen. Mehr als die Hälfte der 236 Teilnehmer berichteten von 3 bis 10 Fällen persönlicher Exposition im Monat vor der Befragung!
Die Beschießung durch die Armee, die einen Stützpunkt neben dem Lager hat, findet zu jeder Zeit statt, unabhängig von Protestkundgebungen, merken die Autoren an. Zu den berichteten gesundheitlichen Auswirkungen gehören Bewusstlosigkeit, Fehlgeburten, Atembeschwerden einschließlich Asthma, Husten, Schwindel, Hautreizungen, starke Schmerzen, allergische Dermatitis, Kopfschmerzen, Verletzungen durch Gaspatronen, neurologische Störungen und andere. „Armee-Razzien im Lager sind fast immer begleitet von Tränengasgranaten, sie verursachen sehr hohe psychische Belastungen, einschließlich Schlafstörungen und posttraumatischen Stress“, schreiben die Autoren.
Die Häufigkeit und Unvorhersehbarkeit der Invasionen in das Lager durch die Armee machen jeden Anschein eines normalen Lebens unmöglich. Insbesondere bestätigen sowohl die Kinder als auch ihre Lehrer in dieser Umfrage, dass es ihnen unmöglich ist, Unterricht abzuhalten, wenn selbst die Schulen von Soldaten angegriffen werden. Das UNRWA (UNO-Agentur für Palästina-Flüchtlinge) unterrichtet rund 1.600 Kinder in Aida.
Haar und Ghannam sind besorgt über die langanhaltenden toxischen Wirkungen der neuen Munition der Besatzungsarmee, die heute viel stärkere und langwierigere Gase verwendet als in den letzten Jahren. Und es wurde keine ernsthafte Studie über die Auswirkungen dieser Produkte auf die Bevölkerung durchgeführt, die diesen Waffen ausgesetzt ist, und zwar nicht einmalig wie bei Demonstrationen, sondern in einer langanhaltenden und nahezu kontinuierlichen Art und Weise, wie es bei den Bewohnern von Aida der Fall ist.
Israel weigert sich jedoch, der wissenschaftlichen Gemeinschaft wesentliche Informationen über die Art der chemischen Komponenten, die in seinen Tränengasgranaten enthalten sind, zur Verfügung zu stellen und verhindert so eine angemessene medizinische Betreuung der toxischen Auswirkungen.
Text-Quelle (franz.) http://www.europalestine.com/spip.php?article13777&lang=de
– übersetzt mit Hilfe von DeepL
Original-Quelle (engl.) > https://www.law.berkeley.edu/wp-content/uploads/2017/12/NoSafeSpace_full_report22Dec2017.pdf
Mauer-Krippe 2017 aktuell
Unsere Krippe aus Olivenholz wurde aktualisiert im Fenster des Vringstreff e.V. aufgestellt. Als Darstellung wurde bewusst die Trennung zwischen Dorf und (Hirten-)Feld gewählt, die Tiere sind „draußen“ vor der Trennmauer, auch haben Maria und Josef auf der Suche nach der Herberge auf dieser Seite einen Stall gefunden. Der Verlauf der Olivenholz-Mauer hier trennt die Menschen im Dorf von ihren Feldern und die als Stall genutzte Höhle wird überbaut – und sie hält das aus. Diese Grotte wird zur Herberge und als Geburtsort aufgesucht …
Die fünf Vereinsmitglieder haben geschickt die Fensterfront ausgefüllt mit einer bergigen Landschaft vor drei Meter hohen Mauerteilen mit Gaffitis als Hintergrund. Diese waren schon 2014 Teil einer Krippendarstellung in der Kirche St. Maternus mit einem 1:2-Mauermodell.
Die begleitenden Texte im Fenster können Sie auch hier nachlesen. Einen Einblick auf die Darstellung ab hl. Abend ist dort ergänzt.

Die Darstellung ist Tag und Nacht zu sehen im Fenster des
Vringstreff e.V.
Im Ferkulum 42
50678 Köln
Fotoschau „BETHLEHEM“
Das neue Jahr wartet mit einer großen Ausstellung auf, die Fotos von Christel Plöthner zeigt. Unter dem Titel „Bethlehem“ sehen wir nicht nur Porträts von einzelnen Personen. Wir tauchen ein in ein Lebensumfeld, sehen Familien in unterschiedlichen Lebenssituationen, deren Armut und die politische Gewalt zum hinschauen zwingt. Sogleich neigt man dazu, den Blick schamvoll abzuwenden:
Wie ist es möglich, unter diesen Umständen leben zu müssen?
760 km Sperranlage sichern ein störungsfreies Leben auf Seiten Israels. Auf der anderen Seite erdrückt die Präsenz der Mauer durch ihre direkte Nähe die Lebenswelt und die Bewegungsfreiheit. Sie greift weitreichend in Gesellschaft, Familie und persönliche Entwicklung ein.
Dennoch zeigen die Schwarz-Weiß-Fotografien auf jedem Bild eine Milde und Menschlichkeit, die sich in Gesichtern und Körperhaltung zeigt. Und eine Lebenshaltung: Wir weigern uns, Feinde zu sein!
Ausstellung vom 7. Januar bis zum 4. Februar 2018
So. 11 – 14 Uhr; Mi + Fr. 15.30 – 18.30 Uhr
Michael-Horbach-Stiftung
Wormser Str. 23 (Hinterhof)
50677 Köln
KVB-Haltestelle Chlodwigplatz
http://michael-horbach-stiftung.de/aktuelles.html
Vernissage So. 07. Januar 2018, 11 – 14 Uhr
weihnachtlichster Ort der Welt
Köln ist in Bethlehem zu Gast
Der Weihnachtsmarkt auf dem Krippenplatz vor der Geburtskirche wird dieses Jahr auch von uns aus Köln mitgestaltet. Hierzu eine Sonderveröffentlichung des Kölner Stadtanzeigers vom 30.11.2017
Sie finden uns auf dem Weihnachtsmarkt
auf dem Roncalliplatz, also direkt vor dem Dom zu Köln. Nahe am Zugang vor dem Südportal bieten wir ihnen im Stand Nr.88 an:
- Olivenöl und Seife aus Palästina,
- Krippen und Figuren aus gefilzter Schafswolle.
Diese stammen aus der Bethlehemer Werkstatt Ma’an lil Hayat
Zusammen mit dem Peru e.V. wird der Stand zu unterschiedlichen Zeiten von unseren Vereinsmitgliedern betreut. Auf ihr Interesse und ihren Besuch freuen wir uns. Kommen sie mal vorbei.
Und die Vögel werden singen
Café Palestine Colonia lädt ein:
Musik und Buch-Lesung mit dem Pianisten Aeham Ahmad.
Sonntag, 3. Dezember 2017 14:00 Uhr bis ca. 17:00 Uhr
NEU: Jetzt im Quäker Nachbarschaftshaus, Kreutzerstraße 5-9, 50672 Köln
Das Bild des syrisch-palästinensischen Pianisten Aeham Ahmad, der mit seinem Klavier durch die Trümmer des Palästinenser-Lagers Yarmouk in Damaskus zog, ging um die ganze Welt. Der dort 1988 geborene Musiker stellte sein Klavier auf einen Handwagen, zog ihn zwischen den zerbombten Häuserzeilen umher, um – oft unter Lebens-gefahr – den von Bomben und Gewalt traumatisierten Kindern und Jugendlichen einen Moment Freude und Hoffnung zu geben.
In Aeham Ahmads Autobiographie »Und die Vögel werden singen«, die in diesem Jahr auf der Internationalen Buchmesse in Frankfurt vorgestellt wurde, kommt Aeham Ahmad nun selbst mit seiner Geschichte zu Wort. Der Schauspieler und Theaterpädagoge HEINZ D. HAUN wird daraus vorlesen, im Wechsel mit Aeham am Klavier.
Im Vorprogramm wird BASSIMA KHOURY aus ihrem Buch »Riman und der wundersame Greif«, ein Märchen für Jugendliche und für Junggebliebene, vorlesen und so den Gästen einen Einblick in die Kultur der Beduinen geben.
Auf einem kleinen Weihnachtsbasar verkaufen wir leckere selbstgebackene Plätzchen und Kunsthandwerk aus Palästina, an unserem deutsch-palästinensischen Buffet wird, wie immer, auch für das leibliche Wohl gesorgt sein.
Eintritt 18 €. Der Gewinn aus dieser Veranstaltung kommt unserem Projekt AMAL (Hilfe für die Flüchtlinge im Libanon) zugute.
Café Palestine Colonia freut sich auf Ihren Besuch! https://cafepalestinecolonia.wordpress.com


